Grounded Festival 

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Festival Review

 

Bikinis, Bizeps und Boykott—auf einem Festival in Israel, das das neue Ibiza werden will - Thump DE

"Ich habe einige Freunde in Kairo, die gerne mit mir zu diesem Festival gefahren wären. Aber man hätte sie an der Grenze abgewiesen", erzählt Karim Alexander Molyneux-Berry. Er selbst ist Halb-Ägypter, Halb-Brite und kümmert sich um die Public Relations des Festivals. Obwohl er bei Reisen nach Israel immer lediglich seinen britischen Pass vorzeigt, wird er aufgrund seines arabischen Vornamens meist von den Sicherheitsbeamten festgehalten. So auch dieses Mal. Eineinhalb Stunden hat er auf den unbequemen Stühlen an der Grenze zwischen Eilat und Taba ausharren müssen. "Sogar den Namen meiner Großmutter wollten sie wissen. Sie ist adlig, das hat, glaube ich, geholfen", sagt er und lacht. Alles an ihm scheint mitzulachen. Der Bauch vibriert, der schwarze Hut wackelt, die Bartstoppeln zittern.

Nebenan haben Niv Arzi und Dori Sadovnik von Red Axes ihr Set begonnen; die charakteristischen Gitarrenlicks dringen in die Hotellobby. "Wenn man völlig nüchtern ist, erinnert das da drin an eine Schulaula mit richtig guter Musik", sagt ein blondes Mädchen mit leuchtendem Einhorn auf der Stirn. Auf dem dunkelblauen Teppichboden der Aula drehen sich eingeölte und eingeglitzerte Tänzer. Or, der Festivalorganisator, steht mit ausgebreiteten Adlerflügeln auf der Bühne, eine Konfettimaschine im Anschlag. Red Axes pusten verzweifelt die bunten Papierschnipsel von ihrem Mixer.

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